Monat: September 2014

Programmbeschwerde an ARD – Rundfunkrat eingereicht

Liebe Unterstützer der Programmbeschwerde,
Die Landesmedienanstalt Saarland hat mit Schreiben vom 2. 9. 2014 mitgeteilt, dass sie nicht zuständig  für die von mir aLMS_Programmbeschwerde 001m 22. 8. 2014 eingereichte Programmbeschwerde ist. Die Einzelheiten können Sie aus dem Schreiben entnehmen (). Aus diesem Grunde habe ich die Beschwerde an den Rundfunkrat des NDR sowie an den  Intendanten des NDR, Herrn Lutz Marmor, gerichtet und sie in herkömmlicher Schriftform auf dem Postweg nach Hamburg ins Funkhaus geschickt. Eine Antwort wird hier zu gegebener Zeit veröffentlicht.
Herzliche Grüße
Ihr Herbert Jacobi

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Herbert Jacobi,   Weinbergstr. 44,   36381 Schlüchtern,                             Datum: 7. 9. 2014

An
NDR – Rundfunkrat z. Hd. Frau Ute Schildt; Rothenbaumchaussee 132; 20149 Hamburg
In Durchschrift zur Kenntnis:
Herrn Lutz Marmor – Intendant es NDR; Rothenbaumchaussee 132; 20149 Hamburg

Programmbeschwerde!!!

Sehr geehrte Frau Schildt, sehr geehrter Herr Marmor,

ich erlaube mir, Ihnen heute eine Programmbeschwerde in Form einer Petition vorzulegen und im Vorspann dazu einen offenen Brief an die Damen  Fuchs und Stadtlich, die Autorinnen der  Sendung „Mission unter falscher Flagge – Radikale Christen in Deutschland“.

Ich habe die Stellungnahme des NDR zu dieser Sendung gelesen und möchte nicht im Einzelnen auf die Argumente eingehen. Doch Einiges scheint mir erwähnenswert zu sein:

  1. Der Titel der Sendung „Mission unter falscher Flagge“ ist an sich schon eine Anmaßung. Damit bringt der NDR indirekt zum Ausdruck, dass er allein zu beurteilen weiß, was „falsch und richtig“ zu sein hat. Welche Flagge ist denn die richtige, bitte?
  2. Die mehrfache Beteuerung, dass es nicht Absicht war, evangelikale Christen zu verunglimpfen, wirkt – subjektiv gesehen – eher als „Feigenblatt-Argumentation“. Kein Wort des Bedauerns und der Entschuldigung angesichts der vielen tausend Zuschauerbeschwerden- auch außerhalb der Online-Pertition –  und angesichts der katastrophalen „Bewertung“ der Fernsehproduktion im online-Portal mit nur einem von 4 möglichen Punkten,  d. h. einfach nur „schlecht“!  (insgesamt knapp 4.000 Bewertungen)
  3. Nicht genug damit, der NDR sah sich veranlasst, die Sendung, am Freitag, dem 22. August zu wiederholen mit der Begründung, dass die Sendung „so viel Interesse bei den Zuschauern verursacht hat“. Leider nur negatives Interesse, aber das stört den NDR wohl kaum, Hauptsache der journalistische Müll wird munter weiter produziert ohne Respekt gegenüber den vielen kritischen Stimmen und unter Loslösung der journalistischen Bindungen an die Grundsätze des Rundfunkstaatsvertrages. Als wenn es nicht reichen würde, den Beitrag in der Mediathek anzuschauen. Nein, es wird hier einfach „nachgetreten“.  Was für ein Armutszeugnis, das sich der NDR da ausgestellt hat!
  4. In der Stellungnahme des NDR wird bedauert, dass „die Gesprächspartner“ stellenweise nicht für ein Interview zur Verfügung standen. Spätestens mit der Ausstrahlung der Sendung musste der NDR im Nachhinein seinen  „Gesprächsverweigerern“  Recht geben; denn diese Sendung war offensichtlich  niemals als „faire Berichterstattung“ geplant, wie im Rundfunkstaatsvertrag  vorgeschrieben, sondern hatte nur eine Absicht: Eine vermeintlich „falsche Flagge“ zu offenbaren, unter denen die Interviewpartner  nach subjektiven  Meinung  des NDR segeln.  Jürgen Werth vom ERF, ein loyaler und integerer Journalist hatte in seiner Stellungnahme angedeutet, dass das Interview eher einem „Verhör vor dem Staatsanwalt“ gleichkam. Das habe ich als Zuschauer auch so empfunden.
  5. Ich kenne einige der „aufs Korn genommenen“ Gesprächspartner persönlich und musste mich angesichts der „schrägen Berichterstattung“ zunächst einmal fragen, ob es sich bei diesen Personen um die gleichen handelt, die ich kenne. Es war einfach nur ein „Zerrbild“, was da gezeichnet wurde.

So könnte ich die Liste beliebig lange fortführen, bezweifle aber, dass es bei  den Verantwortlichen  zu einer Einsicht oder Änderung führt. Dennoch mache ich von meinem demokratischen Recht  Gebrauch, über diese Sendung zusammen mit mittlerweile über 9.000 Unterstützern  heute eine Programmbeschwerde einzureichen.Die Sendung “Mission unter falscher Flagge – Radikale Christen in Deutschland” geht wohl als eine der am meisten kritisierten Reportagen in die Fernsehgeschichte der ARD ein.

Nach 10 Tagen Laufzeit hatte meine  Petition bereits 7.777 (!) Unterstützer gefunden; aktuell (Stand 7. 9. 2014) sind es über 9.000 Unterschriften. Sie repräsentieren 9 Millionen Fernsehzuschauer, geht man von der allgemeinen Faustregel aus, dass 1 kritische Stimme für ein- bis zweitausend „schweigende Zuschauer“ zählt. So viele Zuschauer hat die Sendung wohl gar nicht gehabt und macht das Ausmaß der Empörung deutlich, mit der diese “Reportage” bei den Zuschauern angekommen ist und ist damit wohl eine kräftige Ohrfeige für den NDR, der für die Sendung verantwortlich  zeichnet.

Ich bitte – auch im Namen der Unterstützer – um eine zeitnahe Bearbeitung der Programmbeschwerde. Ihre Antwort wird allen Unterstützern zugänglich gemacht.

Als weitere Unterlage füge ich den Ausdruck der Petition mit dem „offenen Brief“ an Frau Fuchs und Frau Stadtlich im Vorspann bei und bitte Sie, den beiden Damen diesen Brief und auch diese Programmbeschwerde zur Kenntnis zu geben.

Mit besten Grüßen

Herbert Jacobi

Anlage: „Offener Brief“ und Petitionstext.(Hinweis: Diese Online-Petition hat mehr als 9.000 Unterstützer gefunden!)